In kleinen Schritten zum Ziel – Die intensive Fördergruppe – manchmal der sinnvollere Lernort

In der Gebrüder-Grimm-Schule werden alle Kinder in die Eingangsstufe eingeschult. Früher habe ich als Schulsozialpädagogin den Schulkindergarten betreut, heute arbeite ich im Team der Lehrerinnen und Lehrer.

Ich betreue die Kinder auch in den Klassen. Gerade in den ersten Wochen nach der Einschulung ist es hilfreich, so oft es geht, doppelt besetzt, die Kinder beobachten zu können und über das Gesehene zu sprechen. – Wer hat seine Schwierigkeiten oder auch Stärken? Welche Förderung wäre hilfreich? – 

 
Fraundorf 
  

Ich führe mit den Lehrern intensive Gespräche und vereinbare oft schon in den ersten Wochen Elterngespräche. Durch die intensiven Gespräche entsteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. Auch der Kindergarten ist oft mit einbezogen. Wir entscheiden in Abstimmung, in welchen Bereichen die Kinder Unterstützung brauchen. In besonderen Fällen, wo Kinder in mehreren Bereichen Hilfe brauchen, wird über eine äußere Differenzierungsmöglichkeit nachgedacht.

Die Arbeit im ersten Schuljahr ist durch die Arbeit in der intensiven Fördergruppe noch differenzierter geworden. Hier werden die Bereich Sprache, Wahrnehmung, Mathematik, Sachbegegnung, Fein-, Grob- und Psychomotorik bearbeitet. Auch das Schreiben und Lesen wird geübt.

So werden z.B. Lagebezeichnungen auf verschiedene Arten wiederholt, etwa mit Bewegung und Tanzspielen, mit Übungsmaterial zur Oben-Unten und Vorne-Hinten-Differenzierung. Diese Übungen, in denen die Kinder mit Körpereinsatz arbeiten, führen zu einem deutlich erkennbaren Lernerfolg. Sie sind ein Teil des Mathematik- und auch Sprachunterrichtes. Für den sprachlichen Förderbereich gilt dies besonders. Das Zerlegen von Wörtern in Silben wird mit Bewegung verbunden. Es wird geklatscht oder gestampft, mal laut und mal leise. Das Trainingsprogramm zur phonologischen Bewusstheit hilft den Kindern beim Lesen- und Schreibenlernen.

Auch die visuelle Wahrnehmung und Konzentration wird auf vielseitige Weise spielerisch gefördert. „Schau genau“, „Differix“, „Logico“ und „Minilük“ trainieren individuell die Fähigkeiten der Kinder.

Ein weiterer Bereich ist die Schulung der Feinmotorik. Übungen zur Feinmotorik werden in Form von kneten, malen, schneiden und basteln umgesetzt. Auch die Verbindung von Formen und Nachspuren mit einem Sprechvers wird regelmäßig angeboten.

In der Grob- und Psychomotorik werden Übungen zur Körperkoordination und Raumorientierung angeboten. Die Kinder balancieren, fahren Pedalos, springen mit dem Seil und spielen mit dem Ball. Zur Verbesserung der Selbstwahrnehmung arbeiten die Kinder häufig mit Spiegeln.

Wichtig ist uns die positive Bestärkung der Kinder in allen Bereichen, ohne jedoch die Dinge zu übersehen, die noch weiterer Übung bedürfen. So kann eine bessere Selbsteinschätzung der Kinder und damit eine Steigerung ihres Selbstvertrauens und ihrer Frustrationstoleranz unterstützt werden.

Ganzheitliches Fördern

Die gesamten Förderbereiche lassen sich nicht voneinander trennen. Unsere intensive Fördergruppe arbeitet ganzheitlich. Das heißt, wir üben für viele Bereich nach Themen der ersten Klasse. Hierzu werden für die Kinder der jeweiligen Fördergruppen individuelle Übungen vorbereitet und je nach Förderschwerpunkt von mir gelenkt. Das individuelle Lernen mit möglichst allen Sinnen steht immer im Vordergrund.

Lernen in der intensiven Fördergruppe

Durch das Konzept der intensiven Fördergruppe ist für viele Kinder eine schrittweise Heranführung an Lern- und Unterrichtsinhalte der ersten Klasse möglich.

Sofern die Förderung in äußerer Differenzierung (intensive Fördergruppe) an die Stelle des nach Stundentafel vorgesehenen Unterrichts fällt, erstreckt sie sich auf höchstens die Hälfte der wöchentlichen Unterrichtszeit und wird mit den Eltern abgesprochen. Während der übrigen Zeit nehmen die Kinder am Unterricht der Gesamtklasse teil.

 

 

Edit Fraundorf

Dipl. Sozialpädagogin

Leiterin der intensiven Fördergruppe